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Interview

 
 
"Klar machen, was man will und wofür man steht."

Eine Stellenanzeige löst oft hunderte von Bewerbungen aus. Das kann Arbeitssuchenden vorkommen wie eine Lotterie; vor allem wenn es Absagen hagelt. Volker Onderka will das ändern. Er ist Bewerbungscoach. Sein Job ist es, Menschen dabei zu helfen, in eigener Sache erfolgreich zu sein.

 

Frage

 

Herr Onderka, was wollten Sie als kleiner Junge werden?

Rallyefahrer, glaube ich.

Warum sind Sie dann Bewerbungscoach geworden?

Herüber gerettet habe ich, das ich auch heute etwas mache, was mich fasziniert. Und im übertragenen Sinne: Ich lasse mich jeden Tag auf neue Menschen ein. Das ist vielleicht schon ein bisschen wie Rallye fahren. Ich habe ein Roadbook und trotzdem gibt es hinter jeder Kuppe etwas, worauf ich reagieren muß.

Woran erkenne ich einen guten Bewerbungscoach?

Ob Sie sich wohl bei ihm fühlen, ist ein ganz entscheidendes Kriterium. Die Chemie muss stimmen. Und dann: Stellt er die richtigen Fragen? Schafft er es, mich zu treffen. Im Sinne von: „Oohh, ertappt. Diese Frage habe ich mir selbst schon häufig gestellt. Wie sieht denn die Antwort darauf aus? Lass uns gemeinsam daran arbeiten.“

Was für Fragen können das sein?

Das beginnt schon damit, gemeinsam die Stärken und Schwächen eines Bewerbers heraus zu arbeiten. Ich kläre dabei Fragen wie: Woher kommen Sie? Wohin gehen Sie? Was wollen Sie nicht? Die Antwort nach dem Woher fällt noch relativ ausführlich aus, die nach dem Wohin ist schon schmallippiger. Und die Frage, was wollen Sie nicht, führt dann meist zu der Gegenfrage: „Darf ich denn in meiner Lage auch irgendetwas nicht wollen?“ Das hat mit Haltung zu tun. Selbstverständlich darf ein Bewerber auch etwas nicht wollen. Ich muss doch nicht allem entsprechen. Allein diese Frage kann schon viel bewirken.

Kann sich jemand, der einen Job sucht, den Luxus einer solchen Haltung leisten?

Was resultiert daraus, wenn er es nicht tut? Hat er oder seine Familie etwas davon, wenn er abends genervt nach Hause kommt? Wenn er krank wird oder mit 50 umkippt? Hinter der Frage, ob man sich so eine Haltung leisten kann, steckt ja das Bedürfnis nach Sicherheit. Früher bot ein Job diese Sicherheit. Aber welcher Job ist heute sicher? Das Potenzial aus dem ich heute noch Sicherheit generieren kann, bin ich selber. Meine Ansprüche, meine Vorstellungen und das, was ich bereit bin zu leisten.

Warum sollten eine Personalabteilung meine Ansprüche interessieren?

Ich habe vor meiner Coachingtätigkeit in Unternehmen gearbeitet. Als Vertriebsleiter, als Geschäftsführer. Da habe ich natürlich auch Personal ausgewählt. Erfolgreich waren immer die, die genau sagen konnten, was sie auszeichnet und was sie wollten. Es geht darum, klar zu kommunizieren, was man will und wofür man steht. Das ist Voraussetzung, um wieder in ein vernünftiges Arbeitsverhältnis zu kommen. Und nicht nur irgendeinen Job zu kriegen.

Die meisten Bewerber haben nicht die Chance, zu reden. Sie müssen erstmal schreiben.

Also muss die Bewerbung es einem leicht machen, schnell zu erfassen, was man eigentlich will. Dann haben beide Seiten eine Chance zu sehen, ob sie zueinander passen. Wenn Produktwerbung so gestrickt wäre, wie die meisten Bewerbungen es sind, gäbe es ein massives Absatzproblem. Kein Produkt sagt, was es alles kann. Jedes Produkt betont, was es auszeichnet. Und es betont den Nutzen, den ich von ihm habe. Die meisten Bewerbungen beschreiben in erster Linie, was bisher gewesen ist. Das bietet keinen relevanten Anhaltspunkt.

Seit wann sitzen in den Personalabteilungen denn gewiefte Gerneleser?

Eine Bewerbung muss ins Auge fallen. Menschen funktionieren visuell. Also benutze ich keine blickdichte Mappe. Ich platziere in meinem Anschreiben, das übrigens möglichst kurz sein sollte, Keywords, die hervorstechen. Und: Gutes Geld für ein Bewerbungsfoto auszugeben, macht durchaus Sinn. Es geht darum, dass sich der Bewerber so individuell wie möglich darstellt.

Wann haben Sie selber das Gefühl, erfolgreich zu sein?

Wenn ich merke, da geht jetzt jemand raus und setzt um. Ich bin dann erfolgreich, wenn jemand einen Schritt macht. Weil er sagt: „ Ja, das überzeugt mich, das will ich ausprobieren.“ Mein Credo ist, nur wer sich bewegt, kann etwas bewegen. Deshalb freue ich mich, wenn Menschen ins Handeln kommen; das hat etwas mit Selbstbewusstsein zu tun.

 

 

 

Telefon: 0 45 32 - 26 68 99     E-Mail: info@bc-business-contact.de

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